Berater*in, Sprach- und Kulturmittler*in Arabisch-Deutsch

Für die Maßnahme „Coaching für geflohene Frauen“ suchen wir eine Person, die Arabisch als Muttersprache oder Zweitsprache spricht.
Du arbeitest beratend und übersetzend mit in einem innovativen Projekt für die Unterstützung, gesellschaftliche Teilhabe und berufliche Integration von geflüchteten Frauen. 
Das bringst Du mit:
• Arabisch als Muttersprache oder Zweitsprache
• Deutsch auf C1 Niveau
• Interesse an einer Beratungstätigkeit für geflüchtete Frauen
• Empathievermögen für geflüchtete Frauen
• Kurdischkenntnisse wären ein Nice to Have, aber keine Voraussetzung
Ort: Saarlouis
Start: Juni 2019, es handelt sich um eine befristete Stelle 
Umfang: 30 Stunden pro Woche
Wenn Du Interesse hast oder weitere Informationen wünschst, melde dich bei uns, gerne mit Deinen Bewerbungsunterlagen, an info@bergenthal-beratung.de.
Mehr Infos unter https://www.facebook.com/bergenthalberatung/.

Solav Hamo

Seit Anfang Januar 2019 bereichert  Solav (Sulaf) Hamo unser Team als Beraterin. Sulaf kommt aus Aleppo, hat einen Bachelor in BWL und lebt seit 2014 in Deutschland. Sie hat drei Jahre Berufserfahrung, davon zwei Jahre in Deutschland, und spricht Kurdisch, Arabisch, Türkisch, Englisch und Deutsch.

Grüße an “Wir Zusammen”

Dieses Bild haben wir erstellt für die Weihnachtsaktion des Unternehmensnetzwerkes “Wir zusammen”, Integrationsinititativen der deutschen Wirtschaft, in dem wir seit zwei Jahren Mitglied sind. Die Initiative ist eine der aktivsten, kreativsten und einflussreichsten Stimmen für die Arbeitsmarktintegration geflüchteter Menschen und zeigt viele gute Beispiele im Sinne von “Wir schaffen das”.

Essen bei der Syrerin

Am 6.12. haben wir im Saarlouiser Restaurant Massaya gegessen, das von einer Saarländerin mit syrischen Wurzeln geführt wird. Die Köche kommen aus Syrien und daher schmeckt das Essen auch wie in Aleppo.:-)

Strategische Partnerschaft Digitales Afrika: Expertengruppe Bildung

Am 18.10. fand im Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Workshop der Expertengruppe Bildung im Rahmen der Strategischen Partnerschaft Digitales Afrika statt. Dabei ging es unter anderem um Projekte zur Digitalisierung in der Berufsbildung sowie die G20 Initiative ESkills4Girls – eine Studie über digitale Bildung für Mädchen und Frauen, in der Unternehmerinnen, Wissenschaftlerinnen und Social Entrepreneure vorgestellt werden.

“Desintegriert euch!” – ein Essay von Max Czollek und was wir damit zu tun haben

Den Essay „Desintegriert Euch!“ von Max Czollek habe ich vor einigen Wochen gelesen, und seither geht er mir nicht aus dem Sinn. Ein absolut lesenswertes Buch. Der Autor beschreibt seinen Text als „Versuch, das deutsche Bild von den Juden zu analysieren – und zu fragen, was überhaupt die lebenden Juden und Jüdinnen mit diesem Bild zu tun haben. Ich glaube nämlich, dass die öffentliche Repräsentation von Juden und Jüdinnen mehr über die Selbstwahrnehmung der deutschen Gesellschaft verrät als über das Judentum.“ Hiervon und davon, wie in Deutschland über Zugehörigkeit gesprochen wird, handelt das Buch.
Max Czollek stellt das Konzept des von Y. Michal Bodemann entwickelten Gedächtnistheaters zur Beschreibung einer Interaktion zwischen deutscher Gesellschaft und jüdischer Minderheit vor, in der die dominante Mehrheitsgesellschaft der jüdischen Minderheit die Rolle zuweist, ihre eigene Wiedergutwerdung zu bestätigen.
Eine deutsche Mehrheitsgesellschaft, die zunehmend unbekümmerter einem nationalen Wir-Gefühl frönt, das völkische Züge hat, insofern es Minderheiten (religiöse, kulturelle, ethnische…) ausschließt oder auch vereinnahmt – letzteres u.a. in der Behauptung einer „jüdisch-christlichen Tradition“, die jahrhundertelange Diskriminierung und staatlichen Mord begrifflich ausklammert.
Eine vergleichbare deutsche Dominanzposition wie gegenüber Juden sieht Max Czollek auch im Umgang mit „Muslim*innen, die sich permanent zu Geschlechterrollen, Terror und Integration äußern müssen“.
In diesem Kontext kritisiert der Autor das Integrationsparadigma, worunter er die Konstruktion eines kulturellen und politischen Zentrums versteht, das sich implizit oder explizit als deutsch versteht, wie zum Beispiel die Behauptung einer deutschen Leitkultur.
Demgegenüber fordert er die Anerkennung der realen gesellschaftlichen Vielfalt und damit die Überwindung einer Dominanzkultur, die Juden, Muslimas, etc. marginalisiert. Der Aufruf zur Desintegration zielt auf die „grundlegende Reflexion des Verhältnisses zwischen deutscher Dominanzkultur und ihren Minderheiten. Desintegration bedeutet, die Rollen kritisch zu reflektieren, die jede und jeder in diesem Spiel einnimmt.“
Der Autor wirbt für eine Gesellschaft jenseits des Integrationsparadigmas, für neue Allianzen zwischen „deutschen“, migrantischen, postmigrantischen, jüdischen und muslimischen Menschen im Kampf gegen die Neuen Rechten.
Das Buch besticht mit einer scharfen Analyse aktueller und historischer politischer, kultureller, wissenschaftlicher und literarischer Diskurse und der Herausarbeitung von Traditionslinien, aber auch mit der Reflexion eigener Gespräche, Diskussionen und Emotionen.
Spannend und sehr lehrreich finde ich darüber hinaus die Kapitel, die sich im letzten Drittel des Essays mit den desintegrativen Potenzialen von Kunst und Kultur, mit innerjüdischer Vielfalt und (symbolischer) Rache als Selbstermächtigung beschäftigen und dabei sowohl die Arbeiten einer Vielzahl von KünstlerInnen vorstellen als auch die eigene literarische Arbeit reflektieren.
Ich teile das radikale Unbehagen mit einem kulturhegemonial verstandenen Begriff von Integration und verwende das Wort daher selbst sparsam.
Zugleich glaube ich, ausgehend von unserer täglichen Arbeit mit geflüchteten Frauen, dass man den Begriff nicht komplett über Bord werfen, sondern anders besetzen sollte, wie es in vielen Unternehmen, Einrichtungen, Behörden, Netzwerken, Forschungsprojekten faktisch auch schon der Fall ist. – Auch hier ist die Realität kulturkonservativen deutschtümelnden Diskursen weit voraus.
Sinnvoll halte ich den Begriff der Integration für die gesamthafte Benennung, Förderung und Wertschätzung derjenigen Aktivitäten, die notwendig sind, um mich in einem anderen Land im Alltag zurecht zu finden und meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können – und zwar seitens der gesamten Gesellschaft. Das umfasst z.B. das Erlernen der Nutzung des ÖPNVs; das Wissen um behördliche Prozedere und Regeln im Umgang mit Jobcenter, Sprachschule, Ausländerbehörde, Kindergarten etc.; die Verinnerlichung der Tatsache, dass Energie in Deutschland tatsächlich teuer ist; das Verständnis dafür, dass es in Zeiten von Industrie 4.0 so gut wie keine ungelernten Tätigkeiten mehr in Industrieunternehmen gibt; die Erkenntnis, dass in einer Marktwirtschaft Unternehmen entscheiden, wen sie einstellen und nicht der Staat, dass es aber möglich ist, eine Einstiegsstelle zu finden, wenn man die Spielregeln einhält, die man aber auch erstmal kennen und einüben muss, etc. pp.
Integration umfasst aber nach meinem Verständnis genauso die Bereitschaft derer, die sich als gesellschaftliche Mitte oder Mehrheit fühlen, auf diejenigen zuzugehen, die ihnen fremd erscheinen, zuzuhören, auf Augenhöhe zu sprechen, die andere und die eigene Person hinter ihren Gruppenzugehörigkeiten zu erkennen und sich dessen gewahr zu sein, dass die Reduzierung eines Individuums auf die Zugehörigkeit zu einer Minderheit vor allem eines befördert: Gewalt.

Mathematik für Flüchtlinge durch Flüchtlinge

Im Juli und August hat unsere Freundin und Mathematikerin Ahlam Kordi an der Gemeinschaftsschule Güdingen und am Berufsbildungszentrum St. Ingbert Flüchlingen in arabischer Sprache Mathe unterrichtet. Das Projekt wurde von uns angeregt und durch den Verein “Saarwirtschaft hilft Flüchtlingen” realisiert. Der hier kopierte Artikel findet sich in der Zeitung SaarWirtschaft.

Unser Betriebsausflug

Bei Villeroy & Boch gelernt, wie eine deutsche und eine französische Familie über zwei Weltkriege hinweg bis in die Gegenwart zusammenarbeiten, auf dem Baumwipfelpfad an der Saarschleife heimische Bäume erkundet und die Landschaft genossen, die römischen Villen in Perl und Nennig als unser gemeinsames römisches kulturelles Erbe besichtigt und schließlich in Remich zu Abend gegessen. Ein schöner Tag,